Wer hat schon Wodka getrunken?

Am letzten Schultag vor der Gernsheimer Straßenfastnacht wurde für die neunten Klassen des Gernsheimer Gymnasiums eine Suchtpräventionsfortbildung durchgeführt. Politiklehrerin Ute Peterseim, die Suchtpräventionsbeauftragte am Gymnasium möchte die Jugendlichen auf die Gefahren und Auswirkungen, die ein hoher Alkoholkonsum mit sich bringt, aufmerksam machen. Einen Vormittag lang haben die Neuntklässler gemeinsam in der Aula der Schule gearbeitet, sich vom schuleigenen Sanitätsdienst, Krankenkassenvertretern wie der Barmer Ersatzkasse oder auch Vertretern der Ärztekammer informieren lassen. Sieben Schulstunden dauerte die Suchtpräventionsveranstaltung und jede neunte Klasse erhielt einen Erste-Hilfe-Kurs vom Schulsanitätsteam um Lehrkraft Mathias Bitto, der von den Abiturienten Erik Wegert und Ansgar Boß, beide ausgebildete Sanitäter, unterstützt wurde. Zur Fortbildung gehörte auch ein Parcours mit Rauschbrillen, um den Jugendlichen die Wahrnehmungsveränderung durch Alkoholkonsum zu verdeutlichen. Außerdem hatte jede neunte Klasse neben Fachvorträgen auch ein Gespräch mit ehemaligen Alkoholikern vom Blauen Kreuz in Worms. Gerade von diesen Gesprächen zeigten sich die Teenager besonders beeindruckt, da die drei Männer, die wie alle anderen Organisationen an diesem Tag ehrenamtlich arbeiteten, offen über ihre Suchterfahrungen sprachen. Auch die Polizei informierte und Schulsozialarbeiter Mike Schumann erzählte von negativen Erfahrungen mit dem Alkoholkonsum der Gernsheimer Straßenfastnacht und dass die jüngsten Feieropfer nun mittlerweile 11 Jahre jung seien.

Die Ganztagsbetreuung „Oase“ bot mit Nadja Spilok und Praktikant Jannik Singh Rollenspiele und einen Erfahrungsstrahl an, für den die beiden jungen Erwachsenen Fragen wie „Wer hat schon Wodka getrunken?“ vorbereitet hatten.

Die beiden verantwortlichen Lehrkräfte Ute Peterseim und Kollegin Marion Hartmann zeigten sich mit der Veranstaltung zufrieden: „Die Jugendlichen haben viel Neues erfahren.“ Auch die abschließenden Reflexionsspiralen bestätigten diesen Eindruck genauso wie die vielen ehrenamtlichen Seminarleiter. Besonders die Mitarbeiter des Blauen Kreuz freuten sich über das „große Interesse“ an ihrem Schicksal.